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Benefits für ein Unternehmen durch den Einsatz eines Corporate Memory

Den Gewinn, den ein Unternehmen durch den Einsatz eines Corporate Memory erzielen kann, kann in langfristige und kurzfristige Benefits aufgeteilt werden. Langfristige Benefits sind zum Beispiel [Vanwelkenhuysen1996]:

  • Die Möglichkeit zum schrittweisen Übergang von einer bereichsorientierten zu einer projektorientierten und bereichsübergreifenden Arbeitsweise der einzelnen Mitarbeiter. Dieser Übergang kann stattfinden, ohne die wesentlichen Geschäftsprozesse neu definieren zu müssen.
  • Unterstützung für die Verbesserung und Erweiterung des in dem Unternehmen vorhandenen Expertenwissen durch die Möglichkeit einer Verwaltung des Expertenwissens. Das impliziert eine Möglichkeit zur einfachen Auffindung und Weitergabe des Expertenwissens.
  • Es besteht die Möglichkeit zur Bildung sogenannter Virtual Corporations. Darunter versteht man den Zusammenschluß mehrerer Unternehmen im Bereich des Corporate Memory um Fachwissen teilen zu können. Dieser Punkt steht in engem Zusammenhang zu den in Kapitel 2 behandelten Virtual Communities. Auch hier findet ein Zusammenschluß verteilten Wissens statt, jedoch nicht im Rahmen eines Unternehmens, sondern im Rahmen der Mitglieder der Virtual Community. Dieser Aspekt wird im nachfolgenden Unterkapitel noch genauer behandelt.

Die langfristigen Benefits können sich erst nach der Etablierung eines Corporate Memory einstellen. Kurzfristige Benefits können durch den Einsatz eines Corporate Memory natürlich auch erzielt werden. Diese sind zum Beispiel [Vanwelkenhuysen1996]:

  • Effektive und effiziente Bearbeitung von Projekten durch die Speicherung und Weitergabe von Design-Prozessen und der Design-Historie. Aufbauend auf diesen Daten kann bei weiteren Projekten die redundante Problemlösung vermieden werden und Lösungstrategien direkt aus dem Corporate Memory durch das Informationssystem des Unternehmens bezogen werden.
  • Traditionelles Projektmanagement im herkömmlichen Sinn kann sich verändern zu einer Art dynamischen Projektmanagement. Darunter fällt zum Beispiel:
    • Projektteams können weggehend von strikten Projektrollen hin zur dynamischen Verteilung von den Aufgaben bis zu einer Selbstorganisation der Projektteams gehen.
    • Projektteams sind selbst für die Durchführung und den Ablauf des Projekts verantwortlich und können dadurch auf Anforderungen schnell reagieren.
    • Die traditionelle Projektleitung kann sich zu einer kundenorientierten und durch die Anforderungen des Kunden geführten Projektleitung verändern.

Die angeführten Punkte stellen eine Auswahl an möglichem Gewinn für ein Unternehmen dar. Wesentliche Vorteile für ein Unternehmen liegen beim Einsatz eines Corporate Memory auch im konsistent gehaltenen, unternehmensweiten Datenbestand und der Möglichkeit zur Beschaffung von geeigneten Informationen für jeden Mitarbeiter und in der Möglichkeit zur einfachen Vermittlung von Expertenwissen. Wenn der Aufbau und der Betrieb des Corporate Memory gewissenhaft und professionell durchgeführt wird, ist der Erfolg einer KM-Strategie bereits zu einem großen Teil gesichert. [Vanwelkenhuysen1996] Zusätzliche Möglichkeiten zur Verbesserung der KM-Strategie und der Techniken aus dem Bereich des KM liegen im Einsatz von Techniken aus dem Bereich des CRM. Diese Techniken aus dem Bereich des CRM wurden bereits in Kapitel 3 eingehend behandelt und Kapitel 4.3.3 geht genauer auf daraus resultierendem Verbesserungspotential für KM-Strategien ein.


Bei den langfristigen Benefits wurde bereits die Möglichkeit zur Bildung von sogenannten Virtual Corporations erwähnt. In diesem Zusammenhang ergeben sich Gemeinsamkeiten beim Betrieb und der Verwaltung des Wissens innerhalb einer Virtual Community und den Möglichkeiten zum Einsatz eines Corporate Memory im Bereich dieser Virtual Communities. Das folgende Unterkapitel über den Zusammenhang zwischen einem Corporate Memory, einer Virtual Community und dem zusätzlich möglichen Einsatz von Techniken aus dem Bereich des CRM geht genauer darauf ein.


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